Orte der Stille und des Gebetes inmitten von Graz
…laden ein zum Ausruhen, Verweilen und Gespräch mit Gott. Inmitten von Geschäften, Büros, Schulen und Gaststätten im Zentrum von Graz gibt es diese „Orte der Stille". Zusätzlich zu den zahlreichen Kirchenräumen strahlen auch Kapellen eine ganz besondere Atmosphäre der Ruhe aus.
Abendkirche der Stadtpfarrkirche zum Hl. Blut in der Herrengasse 23
Geöffnet täglich von 7 bis 21.45 Uhr
Montag bis Freitag um 7 Uhr gemeinsame Laudes (Morgengebet lt. Stundenbuch) und anschließend Eucharistische Anbetung bis 8 Uhr.
Zum Raum:
Das südliche Seitenschiff ist der ältesten Teil der Stadtpfarrkirche: 1441 wurde hier eine Fronleichnamskapelle errichtet, die drei Joche umfasste – heute deutlich an dem einfachen Kreuzgratgewölbe zu erkennen. 1466 übernahmen die Dominikaner die Kapelle und erweiterten sie um weitere vier Joche nach Osten; erst um 1480 wurde mit der Errichtung der dreischiffigen Hallenkirche im Norden der bestehenden Kapelle begonnen.
1741 wurde die barocke Johannes-Nepomuk-Kapelle nach Plänen von Josef Hueber angebaut, nachdem schon 1711 (18 Jahre vor der Heiligsprechung) eine Bruderschaft zur Verehrung dieses Heiligen gegründet worden war. Das Altarbild fiel am 1. November 1944 den Bomben zum Opfer, an seiner Stelle wurde das vormalige Hochaltarbild Mariä Himmelfahrt von Tintoretto in den restaurierten Altar eingefügt. Die Seitenfiguren der Hll. Leopold und Ägidius stammen von Philipp Jakob Straub, ebenso der Kranz von Engeln um das Kreuz im ovalen Rundfenster. Auch dieses gotische Kruzifix war beim Bombeneinfall zerstört worden, der Kopf wurde jedoch in den Trümmern unversehrt gefunden; der Corpus ist nachgeschnitzt.
Seit einer Kirchenrenovierung 1977 trennen Gittertore, geschaffen von Fritz Hartlauer mit seinem Urzellen-Motiv, dieses Schiff von der Hauptkirche.
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Stiegenkirche St. Paul in der Sporgasse 21a, 8010 Graz
Geöffnet täglich von 7 bis 20 Uhr
Hl. Messen täglich um 19 Uhr, ausgenommen freitags.
Inmitten der Altstadt - ist für viele Menschen eine Oase der Stille und der spirituellen Kraft.
Hier finden Menschen zusammen, die in gleicher Weise "auf dem Weg sind". Nicht herausfordernd durch den kirchlichen Bau und seine Lage, sondern herausfordernd durch die Schlichtheit des Raumes - der gegenüber dem Menschen zurücktritt - herausfordernd durch das Wort, durch die Klarheit und Einfachheit der Verkündigung.
Gottfried Mairwöger, 1951 Oö; Absolvent der "Bildenden" in Wien; Förderungspreisträger Oberösterreichs und mit dem Otto-Mauer Preis ausgezeichnet. Kraftvoll bündelt er in einer Art geistigen Landschaft die glühenden Farben der Schöpfung unter das Ragen eines glosenden Kreuzes. So als wäre es der einzige Baum, den die Schöpfung notwendig hervorbringt.
Altar - Ambo - Tabernakel:
von Gustav Troger, 1951, Weststmk. In jüngster Zeit gelangen dem mehrfach mit Preisen Ausgezeichneten auch im Ausland beachtliche Erfolge. Dieser grübelnde Troger macht Kunst, die so und so nicht anders geht. Im konkreten Fall der "Stiege", sind die Schönheiten des Altares, des Tabernakels und des Ambos vorwiegend innerlich: die schweren Gebilde aus vier bis sechs Millimeter starkem Eisen sind zerlegbar. Erst im aneinander gelegtem Zustand offenbaren sie die ganze Schönheit souveränen Handwerks.
Die Symbolik des Corpus Christi Mysticum - die eigentliche Schönheit der Kirche ist auch dem Augenschein entzogen - bietet sich von selber an. Auch der Ambo steht wie ein Mal: Tisch des Wortes. Was hier gesagt wird, ist von Belang. Kein Jota des Herrenwortes ergeht hier sinnlos. Dasselbe gilt für den Tabernakel. Diese Stelle ragt wie der einzig wichtige Topos der Welt: Hier begegnen sich in der Demut Gottes und im Mut des Menschen Himmel und Erde. Hier kniet man. Hier empfängt man. Hier betet man an.
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Dominikuskapelle bei St. Andrä, Kernstockgasse 9, 8020 Graz
Geöffnet von Montag bis Freitag, 8 – 18 Uhr
Mitten im Alltag zur Ruhe kommen – Gott begegnen – auf Jesus Christus schauen – das Wort Gottes lesen – eine Heilige Messe Mitfeiern – in Stille an der eucharistischen Anbetung teilnehmen – miteinander in kultureller Vielfalt Gott loben – Weltkirche im Kleinen erleben – den Geist Gottes für Graz erbitten – den christlichen Glauben neu entdecken – Kraft tanken für die persönlichen Aufgaben – Christsein als Berufung wahrnehmen – Gott lieben lernen
Im liturgischen Lesepult hat Michael Kienzer sechs Worte verborgen: Gott – Wort – Fleisch – Zeit – Raum – Erinnerung. Andeutungsweise lässt sich das erste Wort lesen, die übrigen verschwinden in der Tiefe des Glasobjektes. Der Ambo ist damit nicht nur eine notwendige Buchunterlage, sondern selbst schon ein "Wortspeicher", ein geheimnisvoller Urgrund, aus dem heraus das Wort, das immer neu zu sagen ist, entlassen wird. Die gewählte Wortfolge ist außerdem eine knappe Zusammenfassung vom Prolog des Johannesevangeliums: "Das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt" in den Bedingungen von Raum und Zeit. Auf dem Glasambo liegt immer offen die heilige Schrift. Lesen Sie bitte – das Wort des Lebens!
Der Altar
Der Altar von Michael Kienzer gleicht einem großen gefalteten Tuch. Man denkt an die zusammengelegten Tücher im leeren Grab nach der Auferstehung des Herrn. Schön gefaltet und an einer besonderen Stelle deponiert, sind sie der Hinweis, dass etwas Neues begonnen hat. Der Tod ist abgelegt, die Liebe hat gesiegt, Jesus lebt! Die gefaltete Aluminiumplatte ist gebundene Energie. Die formale Eleganz der Biegungen und horizontalen Lagen täuscht nicht darüber hinweg, dass eine unglaubliche Kraft in diesem Altarprojekt gespeichert ist. In der Feier der Eucharistie wird diese Kraft in geistlicher Weise freigelegt, gewandelt und kommuniziert. Sie sind eingeladen, auch an Wochentagen, das "Mahl des Herrn" mitzufeiern!
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Barbarakapelle beim Grazer Dom, Eingang vis-a-vis der Grazer Burg
Geöffnet täglich von: 7 – 19 Uhr
Parallel zum Presbyterium des Domes wurde 1438 die Sakristei so errichtet, dass darüber die Friedrichskapelle erbaut werden konnte. (1449)
1750 wurde sie zur Barbarakapelle umgestaltet.
1965 schuf der bedeutende Grazer Maler Alfred Wickenburg drei Betonglasfenster, die diesem Raum seine Wirkung verleihen.
Das Kruzifix an der Nordwand (um 1500), Maria mit dem Kind, die hl. Barbara und die hl. Katharina (um 1520), geben dem Raum besondere Geborgenheit.
Er wird für Gottesdienste, Taufen und Hochzeiten verwendet. Zwischen 1939 und 1945 versammelten sich in der Barbarakapelle junge Menschen, um in schwerer Zeit ihr Glaubensbekenntnis zu leben.
Unterkirche - Herz Jesu, Sparbersbachgasse 58
Geöffnet: 1. Adventsonntag bis Freitag vor Palmsonntag, tägl. von 7 – 19 Uhr
Die über eine breite Stiegenhalle zugängliche Unterkirche erhält durch die bewußt natürlich belassene Ziegelstruktur eine besondere Atmosphäre.
Bischof Zwerger, der Initiator und Bauherr der Kirche, wurde nach seinem Tod im Jahr 1893 in der Unterkirche bestattet. Hans Brandstetter setzte ihm in einem Hochgrab aus reinweißem Carraramamor ein Denkmal, das als Meisterwerk der Grazer Plastik aus dieser Zeit gilt.
Die Herz-Jesu-Unterkirche ist eine versteckte Perle, die aufgrund ihrer Schichtheit in besonderer Weise zur Sammlung, zur Besinnung und zum Gebet einlädt.


