© Foto: Gerd Neuhold, Sonntagsblatt

Foto: Gerd Neuhold, Sonntagsblatt

"Mein Ja zu Gott"

Elfriede Demml im Interview über ihre bevorstehende Jungfrauenweihe.

Elfriede Demml, Pastoralassistentin im Pfarrverband Graz-Christkönig und Schutzengel, empfängt am 16. September ihre Jungfrauenweihe. Im Interview mit ihrer Kollegin Elisabeth Fritzl spricht sie über ihre Berufung und ihre Liebe zu Männern und Christus.

Am 16. September findet in der Pfarre Christkönig deine Jungfrauenweihe statt. Wie kommt man auf so eine Idee?

Für manche ist diese Nachricht eine (vielleicht merkwürdige) Überraschung, für andere die logische Konsequenz meines bisherigen Weges. Tatsache ist, dass mich der gute Herr Jesus in den letzten Jahren sanft & geduldig, aber unüberhörbar gerufen hat: „Bleibe du bei mir!“ – z.B. durch biblische Texte, wie das Hohelied der Liebe. Lange habe ich gesucht wie ich darauf antworten kann. Nun habe ich einen Weg gefunden.

Und was kann ich mir unter einer geweihten Jungfrau genau vorstellen?

Schon in der frühen Kirche gab es sogenannte „Gott geweihte Jungfrauen“, die durch ihr „ganz normales“ Leben ein lebendiges Zeichen dafür waren, dass Christus seine Kirche liebt, wie ein Bräutigam seine Braut und umgekehrt. Dieses lebendige Zeichen der freudigen Liebe der Kirche zu Christus, unserem Bräutigam, darf nun auch ich sein – in meinem „ganz normalen“ Alltag. Voll Freude darf ich mein JA zu Gott sprechen und leben.

Woran erkennt man eine geweihte Jungfrau?

Man erkennt sie äußerlich nicht als geweihte Jungfrau, wenn man sie zum Beispiel auf der Straße trifft. Geweihte Jungfrauen tragen einen Ring, beten das Stundengebet (das Gebet der Kirche, das auch Priester und Ordensleute, aber auch viele Laien beten) und versprechen ein jungfräuliches Leben zu führen. Durch ihr ganzes Leben soll deutlich werden, wie sehr Christus seine Kirche liebt und umgekehrt.

Ist das für immer? Was wäre, wenn dir ein netter Mann begegnen würde, der gut zu dir passt?

Du meinst, ob man da wieder rauskommt? :-) Ich habe mich nicht für diese Lebensform entschieden, weil ich keinen Mann gefunden habe, oder weil ich keine Männer mag. Ganz im Gegenteil, ich liebe sie sehr! Besonders die starken, die mich auf Händen tragen. :-) Es war keine Schnapsidee von heute auf morgen. Es war ein Prozess in dem ich immer tiefer erkannt habe, dass der Herr mir diese Lebensform schenken will, weil sie mich am glücklichsten macht und weil ich damit für viele Frucht bringen kann. Ich habe mich also nicht gegen Männer entschieden, sondern für Christus!

Es ist wie in der Ehe. Man entscheidet sich für einen Partner/eine Partnerin. Es wird im weiteren Leben immer wieder Situationen geben, in denen auch andere attraktiv erscheinen. Trotzdem darf man sich in die einst getroffene Entscheidung hineinstellen und muss nicht bei jeder Begegnung neu überlegen, ob nicht doch dieser oder jene besser gewesen wäre. So darf auch ich mich immer wieder in diese Entscheidung hineinstellen und jeden Tag neu mein JA zum Herrn sprechen.

Bitte begleitet mich im Gebet und gerne auch bei der Weihe mit Bischof Wilhelm Krautwaschl am 16. September um 18h in Christkönig!

 

Fakten

Eine geweihte Jungfrau (lateinisch Virgo consecrata, pl. Virgines consecratae) ist in der katholischen Kirche eine Frau, die in die Hände des Diözesanbischofs öffentlich und für immer ein Leben im Stand der Jungfräulichkeit gelobt hat und der vom Bischof die Jungfrauenweihe (Consecratio virginum) gespendet wurde.

In der Diözese Graz-Seckau gibt es zur Zeit fünf geweihte Jungfrauen.

Zur Person

Elfriede Demml wuchs in einer Arbeiterfamilie in Bad Aussee auf und studierte bis 2014 Theologie an der Hochschule der Salesianer in Benediktbeuern. Wesentlichen Einfluss auf ihre Berufswahl hatten Reisen mit der Katholischen Jugend. Sie leidet seit ihrer Kindheit an einer spastischen Tetraparese, ist Rollstuhlfahrerin und wird von einer Arbeitsassistenz begleitet. Demml begleitet den Pfarrverband Christkönig - Hl. Schutzengel als Pastoralassistentin.



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